“Aus dem Nichts” – Kritik eines Strafverteidigers

Über den Film von Fatih Akin ist schon viel geschrieben worden. Tatsächlich ist die schauspielerische Leistung von Diane Kruger als Witwe und verwaiste Mutter beeindruckend, und die ersten 20-25 Minuten des Films fesseln durchaus. Dann aber führte vor allem der strafprozessuale Teil des Drehbuchs dazu, dass ich als Strafrechtler immer tiefer in den Kinosessel sank und mich fragte, ob der Regisseur nicht mehr auf seine juristischen Berater hätte hören müssen. [weiterlesen]

Mehr Rechtsicherheit bei anwaltlicher Schweigepflicht

Es gibt Tage, die scheinbar unscheinbar sind und die tatsächlich eine große Bedeutung haben: Das kann man für den 22. September 2017 und alle rund 164.000 Anwältinnen und Anwälte sagen: Der Bundesrat hat dem Gesetz zur Neuregelung des Schutzes von Geheimnissen bei der Mitwirkung Dritter an der Berufsausübung schweigepflichtiger Personen und damit einer Änderung von § 203 StGB zugestimmt und die BRAO um § 43 e erweitert. Aber der Reihe nach: [weiterlesen]

Adieu Plädoyer – adieu Debattenkunst

Zuletzt wohnte er ganz in der Nähe, hier in Wentorf bei Hamburg. Fast in Rufweite unserer Kanzlei. Im Februar 2016 verstarb er. Wie so viele der großen deutschsprachigen Intellektuellen (Johannes Gross, wer erinnert sich noch an ihn, oder Frank Schirrmacher) ist auch er viel zu früh gegangen: Roger Willemsen. Und er war einer der größten unter ihnen! Sein letztes Werk “Das Hohe Haus”, vielleicht sein opus magnum, war das Ergebnis [weiterlesen]

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Rowohlt verlässt Reinbek – ein Kommentar

Diese Nachricht schlug vor wenigen Wochen in Reinbek und Umgebung wie eine Bombe ein: “Der Rowohlt Verlag verlegt seinen Sitz nach Hamburg”. Die Gründe, die kommuniziert werden, zu diskutieren, macht wenig Sinn. Angeblich komme man den Mitarbeitern, von denen inzwischen die meisten aus Hamburg nach Reinbek hinauspendeln, entgegen. Na ja. Letztlich werden derartige Entscheidungen an der Konzernspitze getroffen. Und es sind in aller Regel kühl-wirtschaftliche Erwägungen. Sollte man das kritisieren? [weiterlesen]

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Auch Anwälte machen Urlaub – oder?

Der Sommer in einer Anwaltskanzlei. Das ist die Zeit, in der alle Anwälte und Notare nacheinander ihre Aktivitäten herunterfahren. Einmal im Jahr. Für ein paar Wochen. Aber wir sind alle auch mit der Justiz verbunden. Auch im Sommer bleiben wir also gemäß § 1 der Bundesrechtsanwaltsordnung “Organe der Rechtspflege”. Früher … ja, früher war der Zusammenhang enger: In den Sommermonaten wurde vor Gericht grundsätzlich nicht verhandelt. Richter und Anwälte machten [weiterlesen]

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Selk: Brexit – noch ist nichts passiert.

Das britische Referendum vom 24. Juni führt entgegen der teilweise auch in der Presse angedeuteten Auffassung keineswegs dazu, dass Großbritannien zwangsläufig in zwei Jahren die Europäische Union verlassen muss. Die Entscheidung hängt nach dem britischen Verfassungsrecht allein vom britischen Parlament ab; nur dies darf – ähnlich wie in der Bundesrepublik – über eine so gravierende Maßnahme entscheiden. Die Volksabstimmung ist zwar politisch keineswegs bedeutungslos; im Ergebnis aber müssen die Parlamentarier [weiterlesen]

Die Bille. Bei uns vor der Tür.

Zur Abwechslung ein bisschen Unjuristisches. Weil wir Reinbek mögen, man mit der S-Bahn schnell in der Hamburger City ist (und umgekehrt auch bei uns in der Kanzlei), haben wir einen Tipp, was man hier sonst noch machen kann, außer zu uns zu kommen. Mit dem Beitrag über die Bille beteiligen wir uns an dem Bloggerprojekt “Stadt-Land-Fluss xxl”. Der schönste Fluss mit B ist natürlich die Bille bei uns vor der [weiterlesen]

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