Vorsicht bei Wärmedämm-Verbundsystemen

Das Dämmen älterer Gebäude mit von außen aufgebrachten Wärmedämmverbundsystemen ist durchaus üblich. Wenig bekannt jedoch ist, dass nicht alle Systeme tatsächlich geeignet sind. Vor allem die Gefahr eines Brandes wird in jüngerer Zeit häufiger diskutiert.

In einer Entscheidung des LG Frankenthal vom 10.9.2015, 6 0 233/12, klagte ein Malerbetrieb gegen Bauherren auf Zahlung restlichen Werklohns, nachdem ein Wärmedämmverbundsystem auf der Fassade aufgebracht worden war. Vom Gericht bestellte Sachverständige stellten jedoch fest, dass das verwendete System mangelhaft war. Es fehlte schon die baurechtliche Zulassung. Ein allgemeines baurechtliches Prüfzeugnis würde aus statischen Gründen nicht genügen. Auch handele es sich nicht um einen nichtbrennbaren Baustoff. Die Bedingung der Nichtbrennbarkeit der verwendeten Baustoffe für Brandwände gelte nach Auffassung des Gerichts nicht nur für Wandbestandteile wie Ziegelsteine o.ä. sondern auch für die Wandfassaden.

Aus diesem Grund wies das LG die Klage des Malerbetriebs ab, da es keine abnahmefähige Leistung erbracht habe. Im Einzelfall sollten Bauherren also kritisch nachfragen, ob ein Wärmedämmverbundsystem die gesetzlichen Anforderungen vor allem des Brandschutzes erfüllt.

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