Ein Fachbuch schreiben: Mietrecht und Mängelrechte

Seit mehr als fünfzehn Jahren beschäftige ich mich nun intensiv mit Mietrecht. Nicht ausschließlich, ich habe ja noch zwei weitere Fachanwaltstitel, aber sehr viel.  Ursprünglich bin ich von meiner juristischen Ausbildung her Verfassungs- bzw. Verwaltungsrechtler. Das hat wohl letztlich auch mein Interesse am Mietrecht geweckt: Vor allem das Wohnraummietrecht ist immer wieder von Verfassungsrecht beeinflusst, insbesondere auch von der Eigentumsgarantie des Grundgesetzes.

2014 fragte mich der Nomos-Verlag, eine Tochter des Beck-Verlags, ob ich nicht bereit wäre, einen juristischen Handkommentar zu den Problemen von Mietmängeln zu schreiben. Also zog ich mich Anfang 2015, nachdem das Konzept stand, für knapp zwei Wochen an die Ostsee zurück und schrieb fast jeden Tag bis zu 16 Stunden. Im Sommer 2015 war das Manuskript dann fertig, die erste Auflage erschien noch im selben Jahr.

Schneller als erwartet war die erste Auflage vergriffen. Die nun erschienene zweite Auflage des Buches ist erheblich umfangreicher geworden: Das Buch umfasst nun 356 Seiten, ca. 80 Seiten mehr als die Erstauflage. Noch 9 Seiten mehr, und es wären für jeden Tag des Jahres eine!

Dabei habe ich zum einen dem Wunsch des Verlags Rechnung getragen, noch weitere Fallgruppen von typischerweise vorkommenden Mängeln einzuarbeiten, dazu außerdem mehr Beispiele für Minderungsquoten. Auch der juristische Laie findet so nun noch mehr Gerichtsentscheidungen, in denen es um die Höhe des Mietminderungsbetrages geht (S. 188 bis 206). Dennoch richtet sich das Buch nach wie vor ganz überwiegend an Juristen, die im Mietrecht arbeiten, und da besonders an Spezialisten, die immer wieder mit komplizierten Fragestellungen zu tun haben.

Zum anderen hatte der Bundesgerichtshof mittlerweile einige sehr bedeutsame Entscheidungen veröffentlicht. Insbesondere die sogenannte „Bolzplatzentscheidung“ des BGH vom 17.6.2015 hat weitreichende Konsequenzen, da sie das Minderungsrecht eines Mieters bei Störungen von außen, also z.B. auch bei Lärm durch Bauarbeiten, Kinder o.ä. stark einschränkt.

Das Arbeiten an der zweiten Auflage war mit mehr Aufwand verbunden als erwartet. Diesmal war ich dafür leider nicht an der Ostsee, sondern habe mir zu Hause meine Wochenenden um die Ohren geschlagen. Es ging nicht nur um die oben genannten Aspekte, sondern auch um die Aktualisierung des umfangreichen Stoffes. Mittlerweile waren eine Vielzahl von amts- oder landgerichtlichen Urteilen veröffentlicht worden, die teilweise erhebliche Bedeutung hatten. Insbesondere die Entscheidungen der Mietrechtskammern des Landgericht (LG) Berlin und des LG München sind oft prägend. Aber auch das LG Lübeck hat in diesem Zeitraum maßgeblich zur Entwicklung der Rechtsprechung beigetragen.

So ist schließlich ein Buch entstanden, in dem es wie in der Vorauflage intensiv um Mängel von Mietsachen geht. Anders, als der Gesetzgeber wollte, ist nämlich keineswegs jedes Gesetz verständlich formuliert. Also bedarf es weiterer Erläuterungen. So sind etwa die Schadensersatzansprüche des Mieters recht umfassend im Gesetz geregelt, die entsprechenden Ansprüche des Vermieters im mietrechtlichen Teil des BGB aber kaum. Also behandele ich u.a. Fragen der Instandsetzung, Minderung, Schadensersatz und Kündigung. Die wesentlichen Probleme sind dabei – neue werden kommen. Ich fange schon mal an zu sammeln!

Kategorien: Mietrecht, Über uns

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